Die radikale Reformbewegung der Kibbuz-Frauen

Eine Zusammenfassung der anthropologischen Studie
Gender and Culture von Melford E. Spiro

von Christl Ruth Vonholdt

In seiner empirischen Langzeitstudie beschreibt der Anthropologe Melford E. Spiro die Kibbuz-Bewegung in Israel.

Er beschreibt die revolutionäre feministische Bewegung der Kibbuzgründer, ihre Ideale, ins­besondere ihr Ideal von einer radikalen Gleichheit von Frau und Mann. Dieses Ideal führte zur Abschaffung jeglicher auf Geschlecht basierender Arbeitsteilung und damit zu einer revolutionären Umformung von Ehe, Familienstruktur und Kindererziehung.

Zwischen 1950 und 1975 (und dann bis 1994) wird Spiro Zeitzeuge einer „weiblichen Gegenrevolution”: Die im Kibbuz geborenen Frauen setzten eine Rückkehr zu einer auf Geschlecht basierenden Arbeitsteilung durch. Auf ihr Drängen wurde die Kindererziehung erneut radikal reformiert. Die Frauen bestanden darauf, in hohem Maß wieder selbst für ihre Kinder zu sorgen. Ehe und Familie wurden dadurch wieder zu eigenständigen Einheiten mit eigener Bedeutung.

Anders als die Gründer war die neue Generation der Kibbuzfrauen nicht mehr der Auffassung, Gleichheit bedeute: „Alle tun das Gleiche”, sondern vielmehr: „Jeder tut, was ihm am besten entspricht, bei gleicher Wertschätzung von Verschiedenheit.”

Warum fand die radikale Reformbewegung statt? Hier bezieht Spiro seine umfangreichen Untersuchungen an Kibbuzkindern ein und beschreibt, wie diese eine „kopernikanische Wende” in seinem eigenen Denken bewirkten.

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