Gender und Gesellschaft – Studie über Frauen

von Melford E. Spiro

Die vorliegende Studie zum Thema Frauen und Gender in der israelischen Kibbuzbewegung wurde erstmals 1979 veröffentlicht. Sie genießt den zweifelhaften Ruhm, in der riesigen Fülle der seither erschienenen Bücher, Artikel, Zusammenstellungen, Bibliografien und Rezensionen, die sich mit vergleichenden Studien zum Thema Frauen und Gender befassen, so gut wie niemals zitiert worden zu sein. Das ist bedauerlich und auch ungewöhnlich.

Es ist bedauerlich, weil die Studie wichtige Fragen zu den derzeitigen Kernthemen der Gender-Debatte aufwirft. Es sind Fragen über die Unterschiede zwischen Mann und Frau, wo solche Unterschiede herkommen, wie sie sich entwickeln, welche Rolle das biologische Geschlecht spielt, wie wichtig oder unwichtig biologische und kulturelle Determinanten überhaupt sind usw. Aber da die Studie unbekannt ist, kann sie keinen Beitrag zu den einschlägigen Diskussionen leisten.

Es ist auch ungewöhnlich, denn es handelt sich um eine der wenigen Langzeitstudien, die es gibt. Ihre historische Dokumentation erstreckt sich über siebzig Jahre, ihre ethnografischen Beobachtungen über fünfundzwanzig. Zudem gibt es eine frühere Studie über Kibbuz-Frauen mit praktisch denselben Ergebnissen (Tiger/Shepher 1975), die ebenso wenig zitiert wird.

Die wissenschaftlichen Grundlagen dieser Untersuchung (ebenso wie die der Tiger/ShepherStudie) sind einwandfrei. Einige meiner Schlussfolgerungen sind zwar scharf kritisiert worden, doch keiner der Kritiker hat jemals die Stimmigkeit meiner Ergebnisse angezweifelt. Warum wird die Studie dennoch ignoriert? Meines Erachtens deshalb, weil ihre Ergebnisse (ebenso wie die der Tiger/ShepherStudie) zentrale Aussagen der Frauen- und Gender-Studies in Frage stellen.

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